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Kritiken (Auswahl)

Inhalt:

- Allgemein

- Als Komponist

- Als Saxofonist

- Als Bandleader:

  -- Rixx Jazz Band

  -- Hip Rick & The Jam Gang

  -- Cool Cats Orchestra

- Historische Bands:

  -- Klinger/v. Bracken Quintett

  -- Triplicated

  -- Rick von Bracken Quintett

Allgemein

Rhein-Neckar-Zeitung vom 20. 6. 1995:

Rick von Bracken, Tausendsassa der Heidelberger Musikszene, ist ein Mann mit Grundsätzen. Zwei davon lauten: “Der Jazz lebt, das muss ich die Leute spüren lassen”, und: “Eines darf einem Musiker nie passieren: Dass sich das Publikum langweilt.” Gegen eventuelle Langeweile geht der 31-jährige Komponist und Saxophonist in immerhin sechs Formationen vor, die sich ganz unterschiedlicher Stilrichtungen annehmen. Mit dem Gitarristen Wolfgang Ackermann spielt er in dem Duo “Two Steps” Musik, die vom Jazz der 20er Jahre bis zum lateinamerikanischen Salsa reicht. Im Trio “Triplicated” steht vorwiegend eigenes Material auf dem Programm, es ist die Plattform (...) für Modern Jazz. In der Gruppe “Four 4 Jazz” wird klassischer Mainstream-Jazz gepflegt. Im Rick-von-Bracken-Quintett geht es heißer zu: Fusion, Funk und Trip Hop. Die sechsköpfige “Modern Dance Band” ist eine Party-Band, die vom Wiener Walzer über Charleston bis zu Pop und Soul ein breites Repertoire hat. Und im “Cool Cats Orchestra”, der zwanzigköpfigen Bigband, wird natürlich Bigband-Sound gespielt, ebenfalls in eigenen Stücken. Angesichts dieser Bandbreite ist dafür gesorgt, dass schon bei Rick von Bracken keine Langeweile aufkommt.

Rick, der eigentlich Richard heißt und aus Marburg stammt, geriet an die Musik, indem er sich im Alter von 13 Jahren zusammen mit Freunden entschloss, eine Band zu gründen. Dass es Jazz wurde und nicht Rockmusik, war hingegen Zufall: “Als Zwölfjähriger vertonte ich selbstgedrehte Super-8-Filme. Dazu suchte ich im Radio fetzige Musik ohne Gesang und blieb so am Jazz hängen.” Er stammt, wen wundert’s, aus einer hochmusikalischen Familie und hatte ab dem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht.

Der Umstieg vom Klavier zum Saxophon hatte neben musikalischen auch ganz praktische Gründe: Ein Saxophon zum Übungs- und Auftrittsort zu transportieren ist zugegebenermaßen leichter als ein Klavier. “Die am Klavier erworbene Fingerfertigkeit kam mir sehr entgegen.” Das Tenorsaxophon, das, wie Musiker sagen, der menschlichen Stimme ähnelt, wurde zum bevorzugten Instrument.

In den siebziger Jahren musste Autodidakt Rick von Bracken feststellen, dass das Saxophon “ziemlich abgemeldet” war, jeder spielte Gitarre. Aber schon deshalb blieb er dabei. “Ich wollte nicht machen, was alle anderen machen.” Außerdem hatte er ein Faible für Swing, Bebop und Fusion - Jazzstile, die nach einem Saxophon verlangen.

In Heidelberg immatrikulierte sich von Bracken für die Musikwissenschaft, traf auf prominente Jazzer wie Peter Kosch und spielte zum Broterwerb auf der Straße. Das brachte 20 Mark die Stunde und Ärger ein (...). Die Straße ist aber auch so etwas wie eine Börse. “Ich wurde von Leuten angesprochen, die Unterricht haben wollten.” Andere engagierten ihn für eine Party. Dritte, wie die “Freddy-Wonder-Combo”, für ihre Band.

Der Profimusiker sucht sich seine Mitspieler heute nach einem vergleichbaren System aus. Bei diversen Jam-Sessions trifft er immer wieder auf Talente, die er vom Fleck weg in seine Bands einlädt (...).

Die Stilvielfalt seiner verschiedenen Formationen ist für Rick von Bracken steter Anstoß, sich mit diesen Musikrichtungen auseinanderzusetzen. Auch seine eigenen Stücke orientieren sich am jeweiligen Material, aber haargenaues Nachspielen ist nicht gefragt: “Ich spiele nicht den authentischen Charlie Parker oder John Coltrane, sondern meine Musik.” Noch ein Grundsatz: “Ich bemühe mich um Individualität und Originalität.” Schließlich hat schon Mozart nicht nur nachgeahmt, sondern seinen eigenen Stil gefunden. Der Komponist von Bracken will in seinen Werken Geschichten ohne Worte erzählen, mit den Erwartungen der Hörer spielen und darüber hinausgehen. Er hält nichts davon, Jazz wissenschaftlich zu betreiben oder gar zu studieren, auch wenn er “Respekt vor Traditionen” hat. Jazz ist “eine vitale Angelegenheit”.

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Heilbronner Stimme vom 13. 4. 2005:

Die Welt ist 1977 orange. Eine Generation Teenager steht vor den wirklich wichtigen Fragen des Lebens: Geha oder Pelikan? Travolta oder Punk? In Marburg entscheidet sich ein 13-Jähriger für Fred Astaire, stellt sein Bonanza-Rad in die Ecke, trommelt seine Fahrrad-Gang zusammen und gründet eine Jazz-Combo. Bis zum Abi wird Rick von Bracken nicht nur die Saxofon-Literatur intus, sondern auch die Jazz-Geschichte einmal hoch und runter gebetet haben.

2005. Rick von Bracken scherzt, lächelt, gibt den Conférencier, greift zum Saxofon. Wenn es eine Showtreppe gäbe, in der Ebene 3 im K3 Heilbronn, er würde eine gute Figur machen: Denn auf der Bühne wird aus Rick von Bracken, dem 1964 geborenen Musikwissenschaftler, Hip Rick, der Mann mit dem Händchen für soulige Ohrwürmer. (...) “Ich bin so etwas von Anti-Jazz”, grinst der Jazzer einem wenig überzeugend frech ins Gesicht.

Mit Miss Sydney Ellis ist er vier Jahre lang von Norwegen bis Tschechien in Sachen Blues getourt, in Heidelberg leitet er seit einer halben Ewigkeit das Cool Cats Orchestra, mit Karl Frierson hat er vor neun Jahren sein erstes Hip-Rick-Projekt gestartet, in Öhringen mit Kollegen eine Musikwerkstatt gegründet: Mit Purismus darf man ihm nicht kommen. “Seien wir doch mal ehrlich. Es geht um Groove, um Freiheit, um Fantasie, um Kommunikation.” Rick von Bracken schaut zur Bühne. “Wenn auch noch der Intellekt angesprochen wird, umso besser.”

Aus seiner umfunktionierten Fahrrad-Gang sind übrigens alle was geworden. Einer zupft bei Söhnen Mannheims den Bass, einer hat ‘ne Jazz-Dozentur an der Musikhochschule Köln. In der Ebene 3 geht die Party weiter: Mit Joe Zawinul zur Abwechslung, der funkig “Mercy” fordert. Die Stile verwischen sich. “Stilecht spielt man nur als Sideman”, ruft Rick von Bracken noch. Und setzt die klasse Show fort.

(Michaela Adick)

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Als Komponist

Suite für Streicher und Holzbläser:

Die Uraufführung der von dem Komponisten Rick von Bracken geschaffenen Jazz-Suite “Romanze in der Stadt” war da schon eher eine Herausforderung an das Orchester, das nicht nur in eine neue Art von Musik einsteigen musste, sondern auch in rhythmischer Hinsicht gefordert wurde (...). Das Zusammenspiel mit den Bläsern der Stadtkapelle brachte die schöne Suite mit Blues, Jazz der 30er Jahre, Beguine und Tango sowie dem beschwingten Heimweg “Spät in der Nacht” so zum Klingen, dass es der vom Publikum gefeierte Komponist wohl nicht bereut, sie dem Öhringer Orchesterverein gewidmet zu haben.

Hohenloher Zeitung vom 20. 3. 2001

Machine Emotion:

Maschine und Emotion - scheinbar Gegensätze. Der logisch klare Aufbau eines technischen Apparats widerspricht auf den ersten Blick dem offenbar “chaotischen“ Gefühl (...). Mal stellt das Orchester den menschlichen Gefühlswirrwarr dar, dann verwandelt es sich unter dem Einfluss von taktgebenden Disco-Beats selbst in eine Art Maschine, bis die Emotionen wieder durchbrechen. (...) Jahrhunderte alte klassische Instrumente übernehmen den Part moderner Synthesizer, (...) aus jazzigen Akkorden entwickeln sich Klangteppiche, und immer wieder wummert das Schlagzeug, mal als Sample Loops, mal echt, mal beides zugleich. Ein Affront für jeden Puristen - doch ein augenzwinkerndes Vergnügen für alle, die respektlos-frechen Eklektizismus zu schätzen wissen.

Auszug aus dem Programmheft zur Uraufführung des Sinfonieorchesters TonArt, Februar 2006

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Als Saxofonist

Farbig mit vielen Schattierungen erlebte man Rick von Bracken, der bei seinem stimulierenden Spiel am Saxofon viel Spontanität im Improvisieren zeigte.

Viernheimer Tageblatt vom 28. 8. 1995

Rick von Bracken erwies sich am Saxofon versiert, überstrich Balladeskes mit vibrierender Rauchigkeit und reizte das Klangspektrum seines Instruments zwischen sonorer Düsternis und splitterndem Höhenrausch voll aus.

Hohenloher Zeitung vom 17. 2. 1999

Mit zwar verhaltenen, aber doch geschmeidig bewegten Improvisationen setzte Saxofonist Rick von Bracken seine musikalischen Akzente.

Hohenloher Zeitung vom 7. 11. 2000

Der verdiente Beifall der Zuhörer galt nach zweieinhalb Stunden Konzert nicht nur der Sängerin Sydney Ellis, sondern auch ihrer “Yes Mama Band” mit Alvin Nicholson (Piano), Stefan Arndt (Drums), Manolo Diaz (Bass) und dem überragenden Rick von Bracken, einem Meister am Saxofon.

Pfaffenhofener Kurier vom 28. 12. 2000

Die vier Jazzer legen enormen Drive und Tempo vor, jagen die Soli durch die Kurven. Dass dabei nichts aus der Fassung rutscht, verdankt sich dem starken Zusammenhalt der Rhythmusgruppe, über dem Rick von Bracken unbesorgt seine klanglichen Leuchtfeuer ausstreuen kann. Bop ist das Thema des Abends, und gerade der Saxmann bevorzugt dabei den wilderen Bebop, indem er die Bässe dampfen und die Höhen fiebern lässt.

Hohenloher Zeitung vom 11. 4. 2006

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Als Bandleader

Rixx Jazz Band:

Rick von Bracken (...) und seine drei jungen, aber erfahrenen Mainstream-Musiker unterhielten das Publikum mit Swing der 30er und 40er Jahre. Von Bracken, der sehr expressiv auf dem Tenorsaxofon spielte, ließ seinen Kollegen aus dem Mannheimer Raum viel Spielraum für ausgedehnte Soli. Pianist Michael Quast schien den Swing im Blut zu haben. Der Körper vibrierte mit, wenn er seine halsbrecherischen Eskapaden auf den Tasten abrollen ließ. An den Drums zeigte Lars Binder Fantasie und präzisen Rhythmus. Kurzfristig sprang Mario Fadani am Bass für einen verhinderten Kollegen ein. Man konnte ihn bewundern, wie er sich ohne weiteres in die Band einfügte.

Natürlich kennen erfahrene Jazzfans das Repertoire. Aber jeder Bandleader hat doch seinen eigenen Stil. Das zeigte sich beispielsweise bei “How High The Moon”, das Rixx Jazz Band in einem wahren Vivacissimo herüber brachte.

Hohenloher Zeitung vom 1. 8. 2002

Swing ist das unaufhörlich schlagende Herz des Jazz. Drei Stunden lang zeichnete Rixx Jazz Band, um im Bild zu bleiben, ein typisches Kardiogramm. Dem Publikum im voll besetzten Öhringer Jazzclub wurde dabei kein Bewegungszustand zwischen Gemütlichkeit und Heftigkeit vorenthalten. Variabel interpretierte Standards aus weit zurückliegenden Jahrzehnten, von Charlie Parker, Gene Krupa oder Thad Jones, und Eigenkompositionen des Quartetts wechselten sich bruchlos ab.

Bandleader und Saxofonist Rick von Bracken, Pianist Thomas Lemke, Bassist Roland Döringer und Drummer Lars Binder verstanden es souverän, alte wie neue Stücke mit zeitloser Kennzeichnung vorzutragen. (...) Keine Experimente, keine Schrägheiten, doch stets flüssiges Zusammenspiel und ausführliche Soli.

Wilden Beifall provozierten die Musiker mit krachenden Trommelschlägen und kreischendem Saxofon bei Krupas “Drum Boogie”. Und mit dem Irrsinnstempo zum “Flintstones”-Thema schienen sie sich sogar selbst überholen zu wollen. Manchmal dicht am Kollaps, dennoch unbeschadet und unsterblich. So ist Swing. (Michael Dignal)

Hohenloher Zeitung vom 22. 10. 2002

Die Zeit des Jazz-Underground, die Zeit um das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Zeit, als der Swing noch ganz groß war, der Bebop noch auf Clubs und für Kenner beschränkt, diese Zeit ließ Rixx Jazz Band im Öhringer E-Werk aufleben.

Dass es dabei heftig brodelte, blieb natürlich nicht aus. (...) Vor allem Bandleader Rick von Bracken gab ordentlich Gas bei seinen Ausflügen in ekstatische Altsaxofongefilde. Trompeter Klaus Gaa stimmte in diese emotionalen Höhepunkte mit ein. Überhaupt schien es den ganzen Abend, als sei er allein durch den Gedanken, in einem alten E-Werk zu spielen, elektrifiziert worden. Er jagte sich in höchste Trompetensphären hinauf, ließ wunderbare Repetitionsattacken, Triller und wahnsinnig schnelle Läufe einander folgen.

Bassist Roland Döringer gestaltete seine Soli eher zurückhaltend, dafür mit viel Sinn für Humor. Gitarrist Markus Krämer verstand es sehr gut, darauf zu reagieren. Er erwies sich insgesamt als aufmerksamer Begleiter, der auch wunderschöne Läufe lieferte. Misi Farcas musste leider bis zum Schluss warten, bis er einmal so richtig sein Schlagzeug vorführen durfte. Insgesamt hätte man sich von ihm ein wenig mehr Soloausflüge gewünscht.  (Ralf Snurawa)

Hohenloher Zeitung vom 20. 4. 2004

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Hip Rick & The Jam Gang:

Wer nicht da war, war selbst schuld: Ein absolutes musikalisches Highlight war der Auftritt von Hip Rick & The Jam Gang feat. Damiroquai im Cappeler L’Toro. Bekannte Pop- und Soul-Klassiker von Stevie Wonder, Al Jarreau oder Bill Withers teils neu interpretiert sorgten durchweg für Begeisterung - ob instrumental oder mit Gesang. Sowohl Rick von Bracken am Saxofon als auch Sänger Damiroquai am Keyboard war die absolute Leidenschaft an der Musik anzumerken. Der Funke des gut eingespielten Quartetts sprang von der ersten Minute an über.

Regionalmagazin “Moritz” vom April 2005

In seine Gang hat Hip Rick eine Hälfte der verblichenen Gruppe Mastercharge integriert: Günther Dietel sorgt am Schlagzeug für die kleinen “Earcatcher”, Roland “Lou” Hank für die bluesigen Momente am Bass. Mit Damiroquai alias Damir Brajlovic hat er einen Sänger und Keyboarder an Land gezogen, der den Soulstücken Wärme und Tiefe verpasst. Was die Musiker spielen, und sie spielen eifrig ihr Repertoire von Al Jarreau bis Bill Withers hoch und runter, das ist egal: Der Band zuzuhören, die sich als richtige Rasselbande entpuppt, das macht einfach Spaß.  (Michaela Adick)

Heilbronner Stimme vom 13. 4. 2005

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COOL CATS Orchestra:

Konzertprogramm:

Eine Band der Sonderklasse, eine "Big-Band", um genau zu sein, in Heidelberg beheimatet und 1990 von Rick von Bracken - Saxophonist, Keyboarder, Komponist und eine feste Größe im süddeutschen Raum - gegründet.

Swing, aber auch Funk und Soul, Südamerikanisches und Hypermodernes - Vielseitigkeit ist Trumpf. Der Bandleader führt seine Truppe unkonventionell: Es herrscht ein lockerer Führungsstil, viele Arrangements entstehen nach kurzer Absprache oder direkt vor Ort, auf der Bühne. Jeder der Musiker hat aber auch Solo-Qualitäten, die nur von einem gerüttelt Maß musikalischer Disziplin herrühren können. Und setzt sie auch ein: Der Improvisation sind keine Grenzen gesetzt, es entsteht Jazzmusik vom Feinsten.

Rhein-Neckar-Zeitung vom 9. 7. 2002

Tanzprogramm:

Eine “Ballroom Night” - was für eine klang- und verheißungsvolle Einladung. Das versprach, ein stilvolles nächtliches Tanzvergnügen zu werden, zumal das schon legendäre Cool Cats Orchestra aus Heidelberg (...) aufspielte. Entsprechend hatten etliche tanzfreudige Paare sogar weite Anreisen in Kauf genommen.

Im Internet waren die beiden Swing- und Rock’n Roll-Fans Anneliese Fink und Joachim Schuster auf den Adventsball gestoßen. Begeistert ließen die Ludwigsburger keinen Boogie aus, den die Cool Cats meisterlich servierten. Die sechzehn Musiker starke Big-Band sorgte mit Klassikern aus den 30er und 40er Jahren immer wieder für ein volles Parkett. Egal ob fetzige Weihnachtsarrangements oder Glenn- Miller-Evergreens, die “kalten Katzen” holten mit ihren heißen Rhythmen die Leute von den Stühlen. Und so genoss das Publikum bei “super Tanzboden” und entsprechendem Sound die Ballnacht.

Hohenloher Zeitung vom 20. 12. 2004

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Historische Bands

Peter Klinger / Rick von Bracken Quintett (1987 - 92):

Die “alten Saxofon-Hasen” Peter Klinger und Rick von Bracken, den Heidelberger Jazzfans ein Begriff, dominierten mit ihrer Formation das Geschehen im Schlosshof und stahlen den anderen Bands die Show.

 Rhein-Neckar-Zeitung vom 15. 7. 1991

Wie jedes Jahr, wurde auch diesmal die Szene aus unserem Raum präsentiert, besonders aussichtsreich mit dem Peter Klinger / Rick von Bracken Quintett. Ein engagierter Modern Jazz mit Eigenkompositionen, die nach vorne losgehen dank von Brackens reißenden Solos und passionierten Überblasklängen sowie Klingers flüssigem, farbenreichem Altspiel.

Rhein-Neckar-Zeitung vom 11. 11. 1991

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Triplicated (1987 - 2001):

Für die Blues- und Jazztage haben sich die Programmplaner des “Muddy’s Club” ein Wagnis einfallen lassen: “Triplicated”. Hinter diesem Namen verbirgt sich mit Meinhard “Obi” Jenne (Schlagzeug), Roland Döringer (Kontrabass) und Rick von Bracken (Tenor Sax) ein Trio, in dem diese bekannten Musiker ihre Leidenschaft als Solisten und Komponisten so richtig ausleben können.

Hard Bop, aber auch Latin und Funk sind die Gewürze, mit denen die Band ihren Auftritt zwischen Frühstück und Mittagessen richtig heiß auftischt. Ein Wagnis schien dieses Konzept zum einen, weil es vom Publikum echtes Zuhören verlangt, zum anderen, weil der morgendliche musikalische Spaziergang den ausgetretenen Pfad des üblichen Geschmacks verlässt. An diesem Morgen war aber genau dies offenbar das Richtige, was das verwöhnte Publikum des Weinheimer Blues- und Jazzclubs zu verlangen schien.

Bereits nach den ersten fulminanten Anfangsnummern tobte der vollbesetzte Keller. Durch diese hohe Akzeptanz ermutigt, boten “Triplicated” immer mehr eigene Kompositionen. Mit “Ararat”, einem bon-ostinato-Stück, das orientalischen Zauber verbreitete, gelang es dem Trio endgültig, den inzwischen ausverkauften Keller in seinen Bann zu ziehen. Es folgten Nummern aus der Feder von Döringer, der an der Musikhochschule Stuttgart Bass studierte, und von dem in Trossingen auch als klassischer Orchesterschlagzeuger ausgebildeten Jenne. (...) Bei seinen Eigenkompositionen “Rick’s Tricks”, ”Jimmy’s Rolling Rocks” und vor allem bei “Dream Of A Dead Man” zeigte Rick von Bracken am Tenorsaxofon seine große Klasse. In seinem Spiel wechselten sich sanfte, geschmeidig geformte Linienführungen mit kraftvoll-bluesigen Shouts und Honks ab.

Weinheimer Nachrichten, im Sommer 1996

Das versierte Heidelberger Trio “Triplicated” begeisterte die Besucher mit klassischem bis avantgardistischem Jazz, bot regelrechte Achterbahnfahrten durch Stile und Rhythmen und spielte nicht nur technisch brillant, sondern auch mit sichtlichem und hörbarem Vergnügen, das sich auf die Zuhörer übertrug.

Neben Versionen ihrer Lieblingsstücke aus dem Jazz-Repertoire spielten die Musiker viele Eigenkompositionen, in denen sie ihrer Leidenschaft für komplexe Rhythmuswechsel nach Herzenslust nachgingen. Dabei behielten sie stets ihren Schwung und glitten nie ins Zerfahren-Disharmonische ab. So enthielt etwa das Stück “Jimmy’s Rolling Rocks”, wie sein Komponist Rick von Bracken ankündigte, “ein paar Rechenaufgaben” - manches ungerade Metrum ebenso wie unvermutete Wechsel in Bebop-, Reggae-, Shuffle- oder Tangorhythmen. Auch die Zugabe, eine eigenwillige Variante des “Pink Panther”-Themas von Henry Mancini, wartete mit lässig eingebauten Samba-, ChaCha- und Walzerteilen auf.

Mannheimer Morgen vom 24. 10. 1997

Neuauflage “Triplicated Meets Piano” (2005/06):

Brodeln im Öhringer Jazzclub: Tenorsaxofonist Rick von Bracken hatte mit seiner neuen Formation “Triplicated Meets Piano” fürs Publikum eine feine Suppe aus eigenem Gemüse gekocht. Allerdings bot sie auch Möglichkeiten, auf manches Gewürz zu beißen, was die Suppe ziemlich scharf machte.

Zum Beispiel mit “Chuz - Song of Madness”. Da griffen die Mannen rings um den Saxofonisten auf Elemente des Free Jazz zurück, dehnten das Harmoniegerüst, ließen es hier und da gewaltig quietschen und krachen. Das Tenorsaxofon rieb sich mit äußerster Härte an den Tönen mit Kinderreim-Anklängen. Kontrabassist Roland Döringer ließ den Bogen seines Instruments mit der Holzseite auf die Saiten prallen und Pianist Daniel Prandl brachte Johann Sebastian Bach ins Spiel (...), aber auch “Alle meine Entchen”. Zum Schluss des von-Bracken-Stücks aus dem Jahr 1988 ließen die Musiker den Zitaten- und Stilschatz wie ein Kartengebäude in sich zusammenfallen und auf eine “verrückte Phrase” enden.

Drummer Daniel Schild, der zweite Newcomer dieser Band, hielt sich hier eher begleitend zurück. Dafür glänzte er in von Brackens “Samba Dancing Cat”, einer Samba im Blues-Schema: Schweifend, locker, gelöst, mit Witz auf den Trommelrändern.

Gut sah Bassist Roland Döringer besonders in seinem eigenen Stück “Touch Of Tenderness” aus. Der Kontrabasschorus geriet zu einem Exempel an Zärtlichkeit, dem selbst die umschmeichelnden Töne des Tenorsaxofons nicht gleich kommen konnten. Und in “Ararat”, einer Gemeinschaftskomposition mit von Bracken, vermochte Döringer mit seinem Instrument am stärksten an die Klanglichkeit des Orients heranzureichen.  (Ralf Snurawa)

Hohenloher Zeitung vom 14. 6. 2005

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Rick von Bracken Quintett (1992 - 95):

Kraftvolles Zusammenspiel und energiegeladene Improvisationen tauchten das Publikum in einen brodelnden Whirlpool voller Jazz. Insbesondere die treibende, nie nachlassende Rhythmusarbeit von Drummer Daniel Müller und Bassist Karsten Kulinna ließen den Rock-Jazz der 70er Jahre fröhlich Urständ feiern, so elektrisch und elektrisierend wie bei den damaligen Formationen Herbie Hancocks, Miles Davis’ oder der Brecker Brothers. Dementsprechend wurden auch einige Kompositionen jener Altmeister umgesetzt, (...) mit sauber intonierten Themen und ausgedehnten, zum Teil überaus heftigen Improvisationen über den dramatisch auf- und abschwellenden Spannungsbögen.

Ebenso vehement auch die Eigenkompositionen von Brackens, mit flutenden Akkordfolgen und blitzenden Läufen im verfremdeten Samba- oder Bossa-Nova- Gewand, reichhaltiger Melodik und häufigen Rhythmuswechseln (“Shakin’ Bubbles”) oder purer Energie (“Sharp Crossing”), von Daniel Müller mit komplexen Offbeat-Figuren unterlegt, die fast schon an den ungestümen Tony Williams erinnerten.

Selbst ein souveräner Solist, hielt sich von Bracken gegenüber seinen Hauptsolisten Nick Neuser (Trompete, Flügelhorn) und Paata Demurishvili (Keyboard) eher zurück und schien den größten Spaß beim Verfolgen der immer wieder spontan entstehenden instrumentalen Zwiegespräche zu haben, die aus manchem Solo ein feuriges Duell machten.   (Michael Dignal)

Hohenloher Zeitung vom 22. 2. 1994

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